Auf zum Kaltenberg!

Auf zum Kaltenberg!

Kategorie
Wanderwege
Schwierigkeit
Dauer
4h
Länge
11.40km
Kumulative Höhe
578

Vom Marktplatz in Česká Kamenice begeben wir uns auf den blau markierten Wanderweg. Wir machen einen Abstecher zur Wallfahrtskapelle Mariä Geburt, danach wandern wir zweieinhalb Kilometer in Richtung Nolde (Jehla). Durch eine Lindenallee gehen wir auf einem Weg an einer Wiese entlang bergauf, bis wir zur Wegkreuzung „Pod Jehlou“ kommen. Hier ist unser erstes Ziel schon zum Greifen nah – der Felsen Nolde. Von dort hat man einen überraschenden Ausblick. Direkt unter uns befindet sich ein Felsen namens „Trubač“ (Trompeter). Wir sehen die gesamte Böhmische Schweiz mit dem Rosenberg (Růžák) und dem Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) und die Berge des Böhmischen Mittelgebirges.

Anschließend gehen zurück zum blau markierten Wanderweg, auf dem wir durch den Hochwald zum Kamm wandern. Auf einem Waldweg gelangen bis zu den Steintreppen, die zum Brüderaltar führen. Unsere Vorfahren schufen dort Rahmen und Nischen für die Bilder eines Kreuzwegs und für Heiligenstatuen.

Der Weg führt aus dem Wald hinaus bis zu einem freien Platz unterhalb der Sandsteinfelsen, wo man Rast machen kann. Weiter auf dem blauen Weg gehen wir an einer kleinen Sandsteinhöhle vorbei auf eine große Wiese, von der aus unser Ziel schon zu sehen ist – der Kaltenberg (Studenec). Auf einer Asphaltstraße gelangen wir zu einem Wegweiser im Ort Líska, wo wir nach links zwischen die Häuser abbiegen. Weiter wandern wir am Haselbach (Lísecký potok) entlang bergauf ins Königreich des Basalts. Am Haus Nr. 102 biegt der blau markierte Weg nach links ab und verlässt das Dorf. Wir gelangen auf den Bergsattel zwischen dem Kleinen Ahrenberg (Javorek) und dem Kaltenberg (Studenec). Bis auf den Gipfel des Kaltenbergs ist es von hier aus nur noch ein Kilometer auf dem rot markierten Wanderweg. Wir gehen auf einem alten gepflasterten Weg bergauf durch den Wald. Mit etwas Glück kann man im Wald Gämsen sehen, deren Vorfahren hier Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesetzt wurden. Auf dem Gipfel des Kaltenbergs steht ein unlängst instand gesetzter Aussichtsturm.

Wir kehren auf demselben Weg zurück bis zur Wiese auf dem Bergsattel. Vom Wegweiser wandern wir auf dem rot markierten Weg zum ehemaligen Steinbruch auf dem Goldberg (Zlatý vrch) und danach geht es auf einer Forststraße bergab zur Hauptstraße, die durch den Wald führt, zur Haltestelle „Líska horní“, wo uns der Bus zurück nach Česká Kamenice bringt.

Rettungsaktion für die eiserne Schönheit auf dem Kaltenberg

Der erste Aussichtsturm, der aus Holz war, stand bereits 1854 auf dem Gipfel des Kaltenbergs. Erbauen ließ ihn Fürst Ferdinand Kinsky. Acht Jahre später wurde er jedoch abgerissen. Im April 1888 wurde mit dem Bau eines eisernen Aussichtsturms begonnen, dessen endgültige Form vom Tetschener Gebirgsverein für die Böhmische Schweiz angeregt wurde. Auf den Gipfel wurden binnen weniger Monate 9 Tonnen Eisen transportiert. Schließlich wurde der Aussichtsturm, der zwei Jahre älter ist als der berühmte Eiffelturm in Paris, feierlich eröffnet. Weil sich der Ort so großer Beliebtheit erfreute (jedes Jahr kamen mehrere Tausend Touristen hierher), wurde 1893 neben dem Turm ein von Fürst Kinsky finanzierter Sommergasthof aus Holz gebaut – die „Kinsky-Baude“, wo die Besucher einkehren und übernachten konnten. Um den Gipfel des Kaltenbergs leichter erreichbar zu machen, pflasterten die Mitglieder des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz den Zugangsweg mit Basalt. Dieser Weg ist bis heute erhalten.

Das Ausflugsrestaurant wurde nach dem 2. Weltkrieg abgerissen (heute sind davon nur noch die Fundamente und ein Rest des Kellers zu finden) und der Aussichtsturm verwahrloste und korrodierte. Im Jahr 1996 sollte er sogar abgerissen werden, aber kurz bevor die Demontage begann, wurde er 1997 zum technischen Denkmal erklärt. Die Gesellschaft „Freunde der Stadt Děčín – Amici Decini“ kümmerte sich um die Finanzierung der Rekonstruktion. Im Jahr 1997 wurde die Metallkonstruktion des Aussichtsturms in Teilstücken mit einem Hubschrauber zur Instandsetzung vom Gipfel abtransportiert. Die Rekonstruktion des Aussichtsturms ist in erster Linie dem Engagement des Vereins „Pod Studencem“ zu verdanken. Am 14. 3. 2009 wurde der instand gesetzte Aussichtsturm mit dem Hubschrauber zurück auf den Gipfel des Kaltenbergs gebracht, allerdings aufgrund des starken Windes erst nach mehreren misslungenen Versuchen.

Die feierliche Eröffnung des geretteten Aussichtsturms fand am 21. Juni 2009 statt.

Wenn Sie auf den Turm steigen, werden Sie bemerken, dass auf jeder Treppe des Aussichtsturms ein Name steht – wer Interesse hatte, konnte sich in einer einmaligen Spendenaktion der Stadt Česká Kamenice für 5000 CZK eine eiserne Stufe des Aussichtsturms „kaufen“ und so einen finanziellen Beitrag zu seiner Rekonstruktion leisten.


Das Projekt „Tourismus ohne Grenzen“ wurde mithilfe des Programms Ziel 3 zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2007–2013 finanziell unterstützt.

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Vom Marktplatz in Česká Kamenice begeben wir uns auf den blau markierten Wanderweg. Wir machen einen Abstecher zur Wallfahrtskapelle Mariä Geburt, danach wandern wir zweieinhalb Kilometer in Richtung Nolde (Jehla). Durch eine Lindenallee gehen wir auf einem Weg an einer Wiese entlang bergauf, bis wir zur Wegkreuzung „Pod Jehlou“ kommen. Hier ist unser erstes Ziel schon zum Greifen nah – der Felsen Nolde. Von dort hat man einen überraschenden Ausblick. Direkt unter uns befindet sich ein Felsen namens „Trubač“ (Trompeter). Wir sehen die gesamte Böhmische Schweiz mit dem Rosenberg (Růžák) und dem Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) und die Berge des Böhmischen Mittelgebirges.

Anschließend gehen zurück zum blau markierten Wanderweg, auf dem wir durch den Hochwald zum Kamm wandern. Auf einem Waldweg gelangen bis zu den Steintreppen, die zum Brüderaltar führen. Unsere Vorfahren schufen dort Rahmen und Nischen für die Bilder eines Kreuzwegs und für Heiligenstatuen.

Der Weg führt aus dem Wald hinaus bis zu einem freien Platz unterhalb der Sandsteinfelsen, wo man Rast machen kann. Weiter auf dem blauen Weg gehen wir an einer kleinen Sandsteinhöhle vorbei auf eine große Wiese, von der aus unser Ziel schon zu sehen ist – der Kaltenberg (Studenec). Auf einer Asphaltstraße gelangen wir zu einem Wegweiser im Ort Líska, wo wir nach links zwischen die Häuser abbiegen. Weiter wandern wir am Haselbach (Lísecký potok) entlang bergauf ins Königreich des Basalts. Am Haus Nr. 102 biegt der blau markierte Weg nach links ab und verlässt das Dorf. Wir gelangen auf den Bergsattel zwischen dem Kleinen Ahrenberg (Javorek) und dem Kaltenberg (Studenec). Bis auf den Gipfel des Kaltenbergs ist es von hier aus nur noch ein Kilometer auf dem rot markierten Wanderweg. Wir gehen auf einem alten gepflasterten Weg bergauf durch den Wald. Mit etwas Glück kann man im Wald Gämsen sehen, deren Vorfahren hier Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesetzt wurden. Auf dem Gipfel des Kaltenbergs steht ein unlängst instand gesetzter Aussichtsturm.

Wir kehren auf demselben Weg zurück bis zur Wiese auf dem Bergsattel. Vom Wegweiser wandern wir auf dem rot markierten Weg zum ehemaligen Steinbruch auf dem Goldberg (Zlatý vrch) und danach geht es auf einer Forststraße bergab zur Hauptstraße, die durch den Wald führt, zur Haltestelle „Líska horní“, wo uns der Bus zurück nach Česká Kamenice bringt.

Rettungsaktion für die eiserne Schönheit auf dem Kaltenberg

Der erste Aussichtsturm, der aus Holz war, stand bereits 1854 auf dem Gipfel des Kaltenbergs. Erbauen ließ ihn Fürst Ferdinand Kinsky. Acht Jahre später wurde er jedoch abgerissen. Im April 1888 wurde mit dem Bau eines eisernen Aussichtsturms begonnen, dessen endgültige Form vom Tetschener Gebirgsverein für die Böhmische Schweiz angeregt wurde. Auf den Gipfel wurden binnen weniger Monate 9 Tonnen Eisen transportiert. Schließlich wurde der Aussichtsturm, der zwei Jahre älter ist als der berühmte Eiffelturm in Paris, feierlich eröffnet. Weil sich der Ort so großer Beliebtheit erfreute (jedes Jahr kamen mehrere Tausend Touristen hierher), wurde 1893 neben dem Turm ein von Fürst Kinsky finanzierter Sommergasthof aus Holz gebaut – die „Kinsky-Baude“, wo die Besucher einkehren und übernachten konnten. Um den Gipfel des Kaltenbergs leichter erreichbar zu machen, pflasterten die Mitglieder des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz den Zugangsweg mit Basalt. Dieser Weg ist bis heute erhalten.

Das Ausflugsrestaurant wurde nach dem 2. Weltkrieg abgerissen (heute sind davon nur noch die Fundamente und ein Rest des Kellers zu finden) und der Aussichtsturm verwahrloste und korrodierte. Im Jahr 1996 sollte er sogar abgerissen werden, aber kurz bevor die Demontage begann, wurde er 1997 zum technischen Denkmal erklärt. Die Gesellschaft „Freunde der Stadt Děčín – Amici Decini“ kümmerte sich um die Finanzierung der Rekonstruktion. Im Jahr 1997 wurde die Metallkonstruktion des Aussichtsturms in Teilstücken mit einem Hubschrauber zur Instandsetzung vom Gipfel abtransportiert. Die Rekonstruktion des Aussichtsturms ist in erster Linie dem Engagement des Vereins „Pod Studencem“ zu verdanken. Am 14. 3. 2009 wurde der instand gesetzte Aussichtsturm mit dem Hubschrauber zurück auf den Gipfel des Kaltenbergs gebracht, allerdings aufgrund des starken Windes erst nach mehreren misslungenen Versuchen.

Die feierliche Eröffnung des geretteten Aussichtsturms fand am 21. Juni 2009 statt.

Wenn Sie auf den Turm steigen, werden Sie bemerken, dass auf jeder Treppe des Aussichtsturms ein Name steht – wer Interesse hatte, konnte sich in einer einmaligen Spendenaktion der Stadt Česká Kamenice für 5000 CZK eine eiserne Stufe des Aussichtsturms „kaufen“ und so einen finanziellen Beitrag zu seiner Rekonstruktion leisten.


Das Projekt „Tourismus ohne Grenzen“ wurde mithilfe des Programms Ziel 3 zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2007–2013 finanziell unterstützt.

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