Tyssa (Tisá)

Die Gemeinde Tisá, die im Norden Böhmens in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze liegt, zählt zu den versteckten Perlen der Region Ústí nad Labem. Ihre einzigartige Lage zwischen den Elbesteinsand und dem Erzgebirge sowie ihre außergewöhnlichen Naturformationen machen sie zu einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer, Kletterer und Familien mit Kindern.

Tyssa (Tisá)

Ein Naturjuwel: Tyssaer Wände (Tiské stěny)

Die größte Attraktion von Tisá sind die Tiské stěny – eine weitläufige Sandstein-Felslandschaft, die Teil des Naturschutzgebiets Labské pískovce und zugleich des südlichen Randes des Nationalparks Böhmische Schweiz ist. Die Tiské stěny unterteilen sich in die Großen und die Kleinen Wände und bilden ein einzigartiges Labyrinth aus Felstürmen, Schluchten und Aussichtspunkten. Touristen finden hier einen markierten Rundweg mit Informationstafeln, während Kletterer die Wände zum Training und für Wettkämpfe nutzen – das Gebiet gilt nämlich als Wiege des Sandsteinkletterns in Böhmen.

Übrigens sind die Tiské-Wände so fotogen, dass sie sogar im Film Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia zu sehen waren, wo sie als Kulisse für eine Winterlandschaftsszene dienten.

Verbindung zur Böhmischen Schweiz

Auch wenn Tisá nicht direkt im Herzen der Böhmischen Schweiz liegt, ist es mit diesem Nationalpark geografisch, geologisch und touristisch eng verbunden. Die Sandsteinlandschaft von Tisá ist eine natürliche Fortsetzung des Gebiets, das den Nationalpark bildet – mit ähnlichen Felsformationen, Flora, Fauna und einem System markierter Wanderwege. Für Naturliebhaber wird Tisá somit zu einem hervorragenden Ausgangspunkt für Ausflüge in weniger frequentierte, aber ebenso schöne Teile dieser außergewöhnlichen Region.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten und Geschichte des Ortes

In Tisá dreht sich jedoch nicht alles nur um Felsen – der Ort überrascht seine Besucher auch mit der ruhigen Atmosphäre eines historischen Ortes und mehreren wertvollen Sehenswürdigkeiten. Das Wahrzeichen des Dorfplatzes ist die St.-Anna-Kirche, die im Jahr 1789 im Barockstil erbaut und durch einen freistehenden Glockenturm ergänzt wurde. Neben der Kirche befindet sich auch ein Gedenkstein für Johann Wolfgang von Goethe, der Tisá während seiner Reisen durch Böhmen besuchte.

Erwähnenswert ist auch die alte Glasmachertradition – in Tisá gab es seit dem 17. Jahrhundert kleinere Glasmanufakturen, die die umliegenden Städte und Deutschland belieferten. Bis heute hat sich der Ort den Charakter eines Grenzdorfes mit typischer Architektur und ruhiger Atmosphäre bewahrt.

Und noch ein paar Tipps:

  • Im Ort gibt es Pensionen, Restaurants und eine Kletterschule, sodass er sich sowohl für einen Tagesausflug als auch für einen Wochenendaufenthalt eignet. Die Wanderrouten in den Tisá-Felsen sind auch für Kinder geeignet, wir empfehlen jedoch festes Schuhwerk und eine Kamera – die Ausblicke lohnen sich!
  • Mit Kindern: Ja, unter Aufsicht. Einige Stellen auf dem Rundweg sind aufgrund von Leitern schwerer begehbar und eher für ältere Kinder geeignet.
  • Anreise: mit dem Auto (von Děčín oder Ústí nad Labem) sowie mit dem Fahrrad – die Umgebung bietet ein dichtes Netz an Radwegen. In der Hochsaison empfehlen wir vor allem die Nutzung der Buslinien – BUS 217 aus Deutschland, BUS 452 aus Libouchec und die Anschlussverbindung aus Děčín mit dem BUS 432.