Kreuzberg und Kreuzwegstationen – Šluknov
Der Kreuzberg befindet sich im Süden der Stadt an der Křečanské-Straße. Das gesamte Areal gehört zum historischen Stadtkern, die Gebäude des Kreuzwegs selbst stehen unter Denkmalschutz, und der Kernbereich ist als geschützte Zone ausgewiesen.
Der Kreuzberg bildet eine in sich geschlossene Einheit von kunsthistorischer, regionalgeschichtlicher und religionsgeschichtlicher Bedeutung. Obwohl die einzelnen Gebäude in verschiedenen Epochen errichtet wurden, entsprachen sie alle dem ursprünglichen Zweck, einen würdigen Ort für die Einwohner der Stadt zu schaffen, um jährlich der Passion Christi zu gedenken.
Die Idee, den Kreuzweg auf dem Kreuzberg zu errichten, ist legendenumwoben und mit dem Namen des Kaufmanns Anton Drößel verbunden. Nach seiner Rückkehr von seinen Wanderungen soll er beschlossen haben, den Kreuzweg hier zu errichten, falls es ihm gelänge, sich in Šluknov niederzulassen. Die ersten Umbauten sollen 1738 stattgefunden haben, die Weihe des Kreuzwegs wird jedoch auf etwa 1756 datiert.
Der Kreuzweg umfasst zwölf Stationen, deren Bau und Renovierung durch verschiedene Stifter finanziert wurden, wie die Inschriften an den Stationen belegen. Am Eingang des Geländes befinden sich außerdem drei Kapellen: die Abendmahlskapelle, die Gefängniskapelle Christi und die Geißelungskapelle.
Die Abendmahlskapelle wurde 1873 von der Witwe Maria Anna Weber gestiftet und kostete über 1000 Gulden. Sie wurde am 29. September desselben Jahres von Bischof Augustin Paul Wahala von Litoměřice geweiht.
Die Geißelungskapelle wurde 1926 von Wilhelm Hill und seiner Frau gestiftet und am 28. März desselben Jahres von Pater Wilhelm Franz Christian Rudolf geweiht.
Die dritte der erwähnten Kapellen, die Kapelle des Gefangenen Christi, konnte bei den Archivrecherchen nicht gefunden werden.
Weitere Kapellen auf dem Kreuzberg sind die Grabeskapelle und, ganz oben, die Kalvarienbergkapelle.
Der Garten Gethsemane ist ebenfalls Teil des Kreuzwegs und befindet sich am Eingang zum Gelände am Fuße des Hangs. Im Garten stehen Sandsteinstatuen der liegenden Apostel Petrus, Jakobus und Johannes sowie ein kniender Christus und ein Engel mit einem Kelch.
Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Denkmal für die Gefallenen und Vermissten des Preußischen Krieges und des Ersten Weltkriegs, ein Denkmal für Friedrich Schiller und drei Alleen.
Die gesamte Rekonstruktion des Geländes erfolgte in den Jahren 1998–2005. Die Wiedereinweihung fand am 10. September 2005 statt.