St.-Wenzels-Kirche – Šluknov
Die Kirche wird erstmals im Jahr 1359 urkundlich erwähnt. Ihre heutige Form erhielt sie erst nach mehreren Bränden zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Gutsbesitzer Filip Zikmund, Graf von Dietrichstein, beauftragte 1711 den Baumeister Zacharias Hoffmann aus Lipová mit dem Bau einer einschiffigen Kirche. Der massive Hauptturm wurde in den Jahren 1717–1722 nach den Plänen des bedeutenden österreichischen Architekten Johann Bernhard Fischer aus Erlach errichtet. Der berühmte Prager Freskenmaler Václav Vavřinec Reiner schuf 1737 das Gemälde „Der Traum des Heiligen Jakobus“ für die Kirche, das sich seit 2003 in der Galerie und im Museum der Diözese Litoměřice befindet. Josef Klein aus Česká Kamenice, 1736 zum Prager Hofbildhauer ernannt, wirkte von 1721 bis 1737 an der skulpturalen Ausgestaltung des Kircheninneren mit. Er schuf den ursprünglichen Hauptaltar, die Seitenaltäre, das Kirchenschiff und das Taufbecken. Seine reich verzierte Kanzel ist noch heute zu bewundern. Der rechte Altar ist dem Heiligen Johannes Nepomuk, der linke der Jungfrau Maria geweiht. Im Inneren der Kirche befinden sich zwei historische Grabsteine aus Stein. Einer der Grabsteine ist der des Priesters Arnošt von Schleinitz aus dem Jahr 1548, Propst der Prager und Meißener Domkapitel, Herr von Tolštejn und Šluknov; der andere stammt aus dem 17. Jahrhundert und gehörte Karl Adam, Graf von Mansfeld, und Maria Theresia Ignacia, Gräfin von Dietrichstein. Das tragische Schicksal der Gräfin Maria Theresia (1639–1658) diente als Vorbild für die Weiße Dame von Šluknov.
Immaterielles Kulturerbe:
Der erste Chor von Adjuvanten auf dem Gut Ditrichstein, die „Chor-Adjuvanten“, war nachweislich seit 1669 in Šluknov und Jiříkov (später auch in Chřibská und Jiřetín p. J.) aktiv. Die Adjuvanten bildeten eine Bruderschaft von musikalischen Assistenten in den Chören barocker Kirchen. Sie sangen Kirchenmusik und kümmerten sich um Musikinstrumente oder Noten.
Wissenswertes:
Die ersten Krippen auf dem Vorgebirge von Šluknov wurden 1666 in der Wenzelskirche errichtet. In der Nische vor dem Altar der Heiligen Barbara steht noch heute eine 1932 von einheimischen Holzschnitzern gefertigte Krippe auf einer Fläche von 16 m². Die dreimanualige elektropneumatische Orgel der Firma A. Schuster & Sohn aus Zittau stammt aus den Jahren 1939-1940. Das denkmalgeschützte Instrument ist aufgrund seiner Klangqualität eines der bedeutendsten Werke seiner Art im Bistum Litoměřice.
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