Prebischtor (Pravčická brána)

Das Prebischtor ist zweifellos eines der bekanntesten Naturphänomene der Tschechischen Republik und ein Symbol des Nationalparks „Böhmische Schweiz“. Diese natürliche Felsbrücke befindet sich unweit der Ortschaft Hřensko und zieht jedes Jahr Tausende von Touristen mit ihrer Monumentalität, ihrer romantischen Umgebung und ihren atemberaubenden Ausblicken an.

Prebischtor (Pravčická brána)

Das größte natürliche Sandsteinportal Europas

Mit einer Breite von 26,5 Metern, einer Bogenhöhe von 16 Metern und einer Gesamthöhe von über 21 Metern ist das Pravčická-Tor das größte natürliche Sandsteinportal Europas. Ihre majestätische Form entstand durch allmähliche Erosion, die über Millionen von Jahren hinweg diese imposante Formation hinterlassen hat. Dank ihrer Einzigartigkeit und ihres gut erhaltenen Zustands galt sie bereits im 19. Jahrhundert als Naturdenkmal und wurde zur Inspiration für zahlreiche Maler, Schriftsteller und Filmemacher – so tauchte sie beispielsweise im Film Die Chroniken von Narnia auf.

Geologischer Ursprung und Entwicklung

Das Prebischtor ist ein bemerkenswerter Beweis für die Kraft der Natur und die geologischen Prozesse, die hier über Millionen von Jahren abliefen. Das Gebiet der Böhmischen Schweiz besteht aus Sandsteinen aus der Oberkreide, die sich vor etwa 90 Millionen Jahren auf dem Grund eines flachen Meeres ablagerten. Diese Schichten wurden anschließend gefaltet, angehoben und der Erosion ausgesetzt. Regenwasser, Frost und Wind formten die Sandsteinfelsen dann über Jahrtausende hinweg zu Schluchten, Türmen und eben auch zu einem Tor. Bei der Prebischtore spielte auch das Vorhandensein weniger widerstandsfähiger Schichten eine Rolle, die leichter durch Erosion abgetragen wurden, wodurch der charakteristische Bogen entstand.

Prebischtor (1898)
Prebischtor (1898)

Auswirkungen des Waldbrands im Jahr 2022

m Sommer 2022 wurde die Böhmische Schweiz von einem verheerenden Waldbrand heimgesucht, der sich über eine Fläche von mehreren hundert Hektar ausbreitete und auch das Gebiet um das Pravčická-Tor erheblich betraf. Obwohl das Tor selbst nicht direkt von den Flammen erfasst wurde, hat der Brand das Landschaftsbild deutlich verändert – viele Wälder in der Umgebung brannten nieder und die Zufahrtswege wurden vorübergehend gesperrt. Die Folgen sind in der Region nach wie vor sichtbar, doch die Natur erholt sich allmählich, und Besucher können den natürlichen Regenerationsprozess des Waldes beobachten. Die Parkverwaltung legt nun den Schwerpunkt auf nachhaltigen Tourismus und fördert die Rückkehr der ursprünglichen Pflanzen- und Tierarten. Ein Besuch dieser Gegend bietet somit nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern auch einen einzigartigen Einblick in die Kraft der Natur und ihre Fähigkeit zur Regeneration.

Ein weiteres Felsentor finden wir in Nordböhmen, etwas weiter östlich im Lausitzer Gebirge.

Das Felsentor Milštejn besteht aus metamorphosierten Gesteinen – genauer gesagt aus Phylit oder Schiefer. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da die meisten natürlichen Felsfenster und -tore in der Tschechischen Republik gerade in Sandsteinen entstehen.

Dieses Tor ist eigentlich ein Spaltfelsenfenster in einem Phyllitfelsen (manchmal werden auch kristalline Schiefer genannt) und entstand durch mechanische Verwitterung und Zerfall des geschichteten Gesteins, nicht durch typische Sandsteinerosion.

Was Sie bei einem Besuch erwartet

Der Weg zum Prebischtor ist schon für sich genommen ein Erlebnis. Er führt über einen malerischen Pfad und bietet wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Felsmassive. Direkt am Tor befindet sich das historische Schlösschen „Sokolí hnízdo“, das heute als Restaurant und Museum dient. Die Umgebung ist von Aussichtswegen durchzogen, von denen einige fantastische Ausblicke nicht nur auf das Tor selbst, sondern auch auf die umliegende Landschaft voller Sandsteinformationen bieten.

Und noch ein paar Tipps:

  • Geeignete Jahreszeit: Hier ist es das ganze Jahr über wunderschön. :-) Im Herbst bieten sich Ihnen ganz neue und farbenfrohe Ausblicke auf die Landschaft.
  • Mit Kindern: ja, aber für Kinderwagen ist der Treppenaufstieg zum Tor ungeeignet
  • Hunde: ja, an der Leine
  • Eintritt: Der Eintritt zum Areal des Tors ist kostenpflichtig und saisonal geöffnet, in der Regel von Frühling bis Herbst.
  • Anreise: Direkt zum Tor gelangt man nur zu Fuß. Der nächstgelegene Parkplatz befindet sich in der Ortschaft Hřensko, von wo aus ein rot markierter Wanderweg zum Tor führt (sog. „von den Drei Quellen“, ca. 3 km). Wir empfehlen festes Schuhwerk und ausreichend Wasser – auch wenn die Strecke nicht anspruchsvoll ist, kann der Anstieg stellenweise steiler sein. Es besteht auch die Möglichkeit, die Buslinien BUS 434, BUS 435, BUS 441 und BUS 438 zu nutzen.