Zadní Jetřichovice

Die ehemalige Siedlung lag an einer alten Handelsstraße, die als „České silnice“ (Böhmische Straßen) bekannt war. Die Siedlung wird bereits im 12. Jahrhundert erwähnt; im Jahr 1900 zählten dort sieben Häuser. In unmittelbarer Nähe wurde das Märchen „Die stolze Prinzessin“ gedreht, in dem die Hütte eines Köhlers mit einer Köhlerei vorkommt.

Es handelt sich um eine lohnende Wanderroute durch die felsige Wildnis der Jetřichovitzer Felsen zur Burgruine Šaunštejn. Die Einwohner profitierten vom regen Handelsverkehr auf der „Česká silnice“. Hier befanden sich einst ein Zollamt und eine Station der Finanzwache. Die Straße bildete zugleich die Grenze zwischen zwei Herrschaften – der von Bynovec und der von Český Kamenec; auch das Dorf war zwischen den beiden Eigentümern aufgeteilt. Auf dem Gebiet von Český Kamenec, das den Kinskis gehörte, befand sich die alte Křinická-Kneipe (Kirnischtschänke), die von Kaufleuten und Fuhrleuten rege besucht wurde, sowie eine Forststation. Auf dem Teil von Bynovec, der den Clary-Aldringens gehörte, befand sich einst ein weitläufiges Wildgehege mit einem Forsthaus und einer Scheune sowie der Gutsbetrieb der Familie Ritschel. Im Wildgehege wurde 1943 ein Kreuz zum Gedenken an Jeroným Clary-Aldringen errichtet, der 1941 bei Sokolovka in der Ukraine gefallen war.

Zadní Jetřichovice verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg völlig. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war Zadní Jetřichovice ein Knotenpunkt touristischer Wege. Neben den beiden herrschaftlichen Forststationen standen hier die alte „Křinická krčma“, das Hotel „U Jelena“ und das Gasthaus „U Hajného“. Als letztes wurde auf der linken Seite der kleinen Straße nach Vysoká Lípa eine gut ausgestattete Jugendherberge der Stadt Varnsdorf errichtet. Es handelte sich um ein niedriges, einstöckiges Gebäude mit einem Spielplatz. Alle Gebäude dieses Grenzortchens verschwanden nach dem Zweiten Weltkrieg. An die ehemaligen Häuser erinnern nur noch eingewachsene Mauern und Unebenheiten im Gelände sowie die hochgewachsenen Kastanienbäume bei der ehemaligen „Křinická krčma“.