Großschönau und das Damastmuseum
Großschönau ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz (polnisch Zgorzelec) im östlichsten Teil des Bundeslandes Sachsen (BRD). Die Gemeinde liegt an der Mandau in der Oberlausitz, direkt an der Grenze zur Tschechischen Republik, in unmittelbarer Nachbarschaft zur tschechischen Stadt Varnsdorf. Es wird angenommen, dass die Gemeinde an dieser Stelle im 12. Jahrhundert von fränkischen Siedlern gegründet wurde. Die erste schriftliche Erwähnung von Großschönau stammt aus dem Jahr 1352, als die Gemeinde als „Magnum Sonow“ bezeichnet wurde. Der deutsche Name der Gemeinde lässt sich dadurch erklären, dass sie auf einer großen, schönen Wiese errichtet wurde.
Die Tradition der Textilherstellung in Großschönau reicht bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1666 reisten die Brüder Friedrich und Christoph Lange aus Großschönau nach Holland, wo sie das Weben von Damaststoffen erlernten und nach ihrer Rückkehr in die Heimat diese Herstellung in ihrer Gemeinde einführten. Nach einigen Jahrzehnten wurde das Damastgewebe aus Großschönau – insbesondere Tischdecken und Tischläufer – in ganz Europa berühmt. So ist beispielsweise belegt, dass im Jahr 1834 dank der Damastmanufaktur der Lebensunterhalt für etwa 3.800 Einwohner einschließlich ihrer Familienangehörigen gesichert war, was damals drei Viertel der örtlichen Bevölkerung ausmachte. Auch im 21. Jahrhundert sind in Großschönau noch zwei Textilmanufakturen erhalten geblieben – eine für Damast und eine für Frottee.
Deutsches Damast- und Frotteemuseum
Schenaustraße 3 | |
| www.grossschoenau.de/cms/cz/28/Grossschoenau |