St.-Georgs-Kirche – Chřibská

Historische Merkmale des Gebäudes

Die Kirche wird erstmals 1352 urkundlich erwähnt. In den Jahren 1596–1605 erfuhr die ursprünglich gotische Kirche einen umfassenden Renaissance-Umbau, vermutlich unter der Leitung des Baumeisters Peter Patzenhauer aus Česká Kamenice. Dabei entstanden ein dreischiffiger Saal mit angebauten Seitentribünen und ein Westturm, der 1649 von Karl Schrötter aus Pirna errichtet wurde.

Weitere Umbauten erfolgten 1670 unter Francesco Ceresola, der bewusst an die damals bereits als veraltet geltende Gotik erinnerte. In den Jahren 1899–1903 gestaltete Franz Herrmann die Fassade um und vereinheitlichte das Erscheinungsbild der Kirche, einschließlich der südlich angrenzenden Kapellen.

Von 1999 bis 2002 wurde die Kirche dank der römisch-katholischen Pfarrei Chřibská und mit Unterstützung der Stadt vollständig saniert. Seit 2011 finanziert die Stadt die Instandsetzung des Kreuzgangs.

Im Inneren der Kirche befinden sich der Hauptaltar mit Tabernakel und zwei gegenüberliegende Altäre, die der Jungfrau Maria und dem Heiligen Antonius von Padua geweiht sind. Die Kanzel aus der Zeit um 1670 ist mit gemalten Figuren von Christus, dem Heiligen Georg und den Aposteln verziert. Das spätbarocke Taufbecken aus Marmor mit Zinndeckel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Zwei separate Flügel des Kreuzgangs aus den 1860er Jahren sind ebenfalls erhalten geblieben.

Kulturelle Nutzung

Seit 1997 findet in der Kirche das Kulturfestival „Chřibské kulturný léto“ statt, das vom Verein Tadeáš Haenke organisiert wird. Dieser Verein veröffentlichte auch die CD „Johann Christoph Kridel: Koncertní chrámové arie“ (2012).

Immaterielles Kulturerbe

Seit 1688 ist in der Kirche ein Chor (der sogenannte Adjuvantchor) tätig, der die Gottesdienste von der Empore aus sang. 1850 komponierte Carl Ferdinand Pohl, Enkel des berühmten Glasharmonika-Herstellers, die Messe Nr. 2, die er der Stadt Chřibská widmete. Ihre Wiederaufführung fand 1991 mit der Harfenistin Lýdia Härtelová-Henychová statt.

Wissenswertes

Die Außenwände der Kirche sind mit Renaissance-Grabsteinen bedeutender Bürger der Stadt aus dem 17. Jahrhundert geschmückt. Weitere Grabsteine ​​aus dem 19. Jahrhundert befinden sich an der Mauer des ehemaligen Friedhofs. Darunter ist der Grabstein von Anton Kittel, dem Besitzer der örtlichen Glashütte, einer der ältesten in Europa (gegründet 1414). Die Glashütte ist jedoch nicht mehr in Betrieb. Ihre Gebäude sind entweder verschwunden oder wurden für andere Zwecke umgebaut.

In der Kirche befindet sich das Gemälde „Epitaph des Metallarbeiters Martin Friedrich“ aus dem Jahr 1612, das seine Familie beim Gebet zu Christus zeigt. Dieses Gemälde ist ein Kulturdenkmal und Teil der Ausstellung „Kirche und Stadt im Turm der St.-Jakobs-Kirche in Česká Kamenice“.

Gegenüber dem Haus Nr. 262 in Richtung Horní Chřibská steht die 1832 erbaute, giebelständige Marienkapelle aus Backstein. Sie wurde vom Kaufmann Gottfried Kinasst errichtet und befindet sich heute im Besitz der Stadt Chřibská, die sie auch instand hält.

Chřibská 11
Chřibská
40744

farnostchribska.webnode.cz/o-nas