Dittersbacheren Aussichtspunkten (Jetřichovické vyhlídky)

Die Aussichtspunkte von Jetřichovice gehören zu den schönsten und beliebtesten Ausflugszielen im Nationalpark „Böhmische Schweiz“. Diese Gegend bietet eine Kombination aus atemberaubenden Ausblicken, Felsformationen, tiefen Wäldern und romantischen Wanderwegen, die den Besuchern Szenen aus Märchen in Erinnerung rufen. Die Aussichtspunkte tragen die Namen berühmter Adliger und Förderer des Tourismus, die sich um ihre Erschließung verdient gemacht haben.

Marienfelsen

Die Geschichte der Aussichtspunkte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück

Die Aussichtspunkte von Jetřichovice wurden bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für Touristen zugänglich gemacht. Der bekannteste Aussichtspunkt – Marienfelsen (manchmal auch Mariina vyhlídka genannt) – ist nach Fürstin Maria Kinská benannt, der Ehefrau des damaligen Gutsbesitzers. Im Jahr 1856 wurde hier ein hölzerner Aussichtsturm errichtet (der ursprünglich als Feuerwachturm diente), der in seiner modernen Form bis heute erhalten geblieben ist. Weitere beliebte Stationen auf dem Bergrücken sind die Wilhelminenwand (Vilemínina stěna) und der Rudolfstein (Rudolfův kámen) – alle benannt nach Mitgliedern des Adelsgeschlechts der Kinský, die das Gebiet verschönerten und dessen touristische Entwicklung förderten.

Schönheit und Ruhe mit Blick auf die gesamte Böhmische Schweiz

Die Aussichtspunkte bieten außergewöhnliche Ausblicke auf die umliegenden Felsenstädte, Wälder und in der Ferne sogar auf das Lausitzer Gebirge oder die Tafelberge in Sachsen. Die Wanderwege zwischen den Aussichtspunkten führen über gepflegte Holztreppen und Eisenleitern, was ihnen einen Hauch von Abenteuer verleiht. Das Gebiet ist von der Ortschaft Jetřichovice aus zugänglich, und die gesamte Rundwanderung zwischen den drei Hauptaussichtspunkten (Mariafelsen – Wilhelminawand – Rudolftein) lässt sich in wenigen Stunden zurücklegen.

Das Adelsgeschlecht der Kinský und sein Einfluss auf die Entwicklung der Böhmischen Schweiz

Das Geschlecht der Kinský spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Böhmischen Schweiz, insbesondere in der Gegend um Jetřichovice. Diese Adelsfamilie, die seit dem 18. Jahrhundert das hiesige Gut besaß, prägte nicht nur das Erscheinungsbild der Landschaft, sondern auch die Entwicklung des Tourismus und des Naturschutzes maßgeblich. Ihnen ist es zu verdanken, dass die meisten der heute bekannten Aussichtspunkte von Jetřichovice entstanden sind, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind – zum Beispiel Marienfelsen (benannt nach Prinzessin Maria Kinská), Wilhelminawand (nach Vilemína Kinská) oder Rudolfstein (nach Rudolf Kinský).

Den Kinskis lag viel daran, die Naturschönheiten ihres Herrschaftsgebiets zugänglich zu machen und aufzuwerten. Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sie die ersten Aussichtspunkte errichten, Wanderwege herrichten und an einigen Stellen hölzerne Pavillons bauen. Diese Maßnahmen waren für ihre Zeit außerordentlich fortschrittlich – es handelte sich um eine der ersten Formen der gesteuerten Entwicklung des Tourismus in den tschechischen Ländern. Darüber hinaus förderte die Familie die Aufforstung, den Landschaftsschutz und die Gewährleistung des Brandschutzes (beispielsweise durch den Bau eines Wachpostens auf dem Marienfelsen).

Dank dieser Aktivitäten wurde die Böhmisch-Sächsische Schweiz bereits im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Reiseziel für Romantiker, Maler und die ersten Touristen. Das Erbe der Familie Kinsky ist in der Region bis heute spürbar – nicht nur in den Namen der Aussichtspunkte, sondern auch in der Philosophie eines schonenden Umgangs mit der Natur, die für den Nationalpark charakteristisch ist.

Brände und Naturschutz

Die Ditterbacher Felsen sind, ebenso wie der Rest der Böhmischen Schweiz, ein empfindliches Gebiet, das in den letzten Jahren von extremen klimatischen Bedingungen heimgesucht wurde. Im Jahr 2006 kam es gerade in der Umgebung des Marienfelsens zu einem großflächigen Brand. Der hölzerne Pavillon brannte damals vollständig nieder, wurde aber dank der Bemühungen der Nationalparkverwaltung wieder aufgebaut. Der verheerendste Brand in der Geschichte des Parks im Jahr 2022 hat die Aussichtspunkte von Jetřichovice zwar nicht direkt getroffen, doch die umliegenden Wälder wurden in Mitleidenschaft gezogen und die Zugänglichkeit einiger Wanderwege war vorübergehend eingeschränkt. Heute sind die Aussichtspunkte wieder geöffnet und bieten einen einzigartigen Blick auch auf die veränderte Landschaft, die sich nach und nach regeneriert.

Marienfelsen

Und noch ein paar Tipps:

  • Ausgangspunkt für den Ausflug ist die Ortschaft Jetřichovice, wo man parken und sich auf gut ausgeschilderte Wanderwege begeben kann. Der häufigste Rundweg führt an allen drei Hauptaussichtspunkten vorbei und ist etwa 7 km lang, mit einem Höhenunterschied von rund 300 Metern. Die Strecke ist nicht für Kinderwagen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet, bietet aber für geübte Wanderer ein unvergessliches Erlebnis.
  • Geeignete Jahreszeit: Hier ist es das ganze Jahr über wunderschön :-)
  • Mit Kindern: Ja, ältere Kinder schaffen den Aufstieg mit Hilfe, aber die Strecke ist nicht für Kinderwagen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Mit kleineren Kindern sollten Sie den Rundweg durch den Pfeiffer-Wald nehmen. Oder machen Sie sich in Richtung Rynartice auf den Weg zum Zwergenfelsen.
  • Anreise: mit dem Auto, vor allem aber mit dem Bus. Konkret mit den Linien BUS 434, BUS 436 und BUS 469.