Das Kleine Prebischtor und Šaunštejn

Das Kleine Prebischtor ist die kleinere „Schwester“ des berühmten Prebischtors und gehört zu den unscheinbaren, aber malerischen Naturformationen im Nationalpark Böhmische Schweiz. Es hat den Vorteil, dass Sie sich hier (wahrscheinlich) nicht durch Touristenmassen kämpfen müssen, andererseits ist es bis zum großen Pravčická-Tor nicht allzu weit, sodass Sie Ihre Route so planen können, dass Sie beide Tore besuchen können.

Es handelt sich um eine natürliche Sandsteinbrücke, also eine Formation, die durch natürliche Verwitterung und Erosion von weichem Sandstein entstanden ist. Auch wenn sie viel kleiner ist als das Prebischtor (sie ist etwa 2,3 Meter hoch und hat eine Spannweite von rund 3,3 Metern), hat sie ihren ganz eigenen Charme und eine zauberhafte Atmosphäre.

Das Tor liegt inmitten einer wunderschönen Waldlandschaft und ist zu Fuß leicht erreichbar. Sie liegt in der Nähe des beliebten Wanderwegs zwischen Mezní Louka und Vysoká Lípa, genauer gesagt auf dem roten Wanderweg.

Tipp für die Erkundung beider PrebischtoreQR-BUS_Vysoka-Lipa_Saunstejn_Mala-Pravcicka-brana_Vyhlidka-Fenix_Pravcicka-brana_BUS

BUS – Vysoká Lípa – Šaunštejn – Kleines Prebischtor – Aussichtspunkt Fénix – Prebischtor – BUS

  • Karte: hier
  • Länge: ca. 15 km
  • Dauer: 5–6 Stunden in gemächlichem Tempo
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer (Höhenunterschied ca. 500 m, einige Anstiege, meist bequeme Wege)
  • Anfahrt: von Děčín oder Krásná Lípa mit dem BUS 434, bis zur Haltestelle „Jetřichovice, Vysoká Lípa, Rest.“ (ganzjährig)
  • Rückfahrt: nach Děčín oder Krásná Lípa mit dem BUS 434, ab der Haltestelle „Hřensko, Pravčická brána“ (ganzjährig)

  • Ein malerischer und ruhiger Ort – Im Gegensatz zur Prebischtor sind hier deutlich weniger Touristen unterwegs.

  • Herrliche Aussicht – Oberhalb des Tors befindet sich ein Aussichtspunkt auf einem Felsen, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegenden Wälder hat.

  • Leicht erreichbar – Das Tor liegt ca. 1,5 km von Vysoká Lípa entfernt und ist ein lohnender Zwischenstopp auf dem Weg nach Hřensko.

  • Interessante geologische Formation – Hier lassen sich die Verwitterungsprozesse des Sandsteins im kleineren Maßstab als am Prebischtor beobachten.

  • Nächstgelegene Ausgangspunkte: Vysoká Lípa, Mezní Louka.

Milštejn

Ein weiteres Felsentor finden wir in Nordböhmen, etwas weiter östlich im Lausitzer Gebirge.

Das Felsentor Milštejn besteht aus metamorphosierten Gesteinen – genauer gesagt aus Phylit oder Schiefer. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da die meisten natürlichen Felsfenster und -tore in der Tschechischen Republik gerade in Sandsteinen entstehen.

Dieses Tor ist eigentlich ein Spaltfelsenfenster in einem Phyllitfelsen (manchmal werden auch kristalline Schiefer genannt) und entstand durch mechanische Verwitterung und Zerfall des geschichteten Gesteins, nicht durch typische Sandsteinerosion.

Šaunštejn

Nur ein Stück (etwa einen halben Kilometer) von der Kleinen Prebischtor entfernt befindet sich die Felsenburg Šaunštejn, auch bekannt als Räuberburg. Diese bemerkenswerte Felsformation thront über der Ortschaft Vysoká Lípa und bietet nicht nur einen Einblick in die Geschichte, sondern auch unvergessliche Ausblicke und einen Adrenalinkick beim Aufstieg.

Šaunštejn (photo: Radek Liška)

Ein bisschen Geschichte

Šaunštejn wurde wahrscheinlich im 14. Jahrhundert als Wachburg erbaut, die den Landweg von Böhmen nach Deutschland schützen sollte. Dank ihrer Lage auf einem Felsmassiv war sie schwer zugänglich und diente nicht nur den Grenzwächtern, sondern später auch verschiedenen Räubern als Zufluchtsort – daher der Spitzname „Räuberburg“. Heute sind von der ursprünglichen Burg nur noch in den Fels gehauene Räume und Spuren früherer Holzkonstruktionen übrig geblieben, die einen Eindruck davon vermitteln, wie man hier einst lebte.

Der Weg zur Burg

Nach Šaunštejn gelangt man über den roten Wanderweg von Vysoká Lípa aus, eine etwa 1 km lange Strecke, die durch einen malerischen Wald führt. Der Aufstieg zum Felsmassiv selbst ist nicht ganz einfach – es erwarten Sie schmale Eisenleitern und Felsstufen, aber mit etwas Vorsicht schaffen es die meisten Besucher, darunter auch Kinder (unter Aufsicht) ab etwa 6 Jahren.

Ein Ausblick, der sich lohnt

Für die Anstrengungen beim Aufstieg werden sie mit einem herrlichen Panoramablick auf die Landschaft der Böhmischen Schweiz belohnt – in der Ferne sehen sie das Prebischtor, den Růžovský-Hügel oder beispielsweise die Tafelberge auf der deutschen Seite der Grenze. Šaunštejn ist der ideale Ort für Liebhaber der Fotografie, der Romantik und der ruhigen Besinnung auf die Landschaft.

Šaunštejn ist nicht der einzige!

Die Böhmisch-Sächsische Schweiz (vor allem ihr tschechischer Teil) ist voller geheimnisvoller Überreste von Felsenburgen, die einst als Wachposten und Zufluchtsorte für kleinere Besatzungen dienten – und der Legende nach auch für Räuber. Nördlich der Ortschaft Jetřichovice befindet sich die Burg Falkenštejn. Unweit von Kyjov liegt die Kyjovský-Burg, bei Doubice die Chřibský-Burg und auf dem Weg von Brtníky ins Kyjov-Tal finden Sie die Loupežný-Burg.

Und noch ein paar Tipps:

  • Eintritt: kostenlos

  • Geeignete Jahreszeit: Frühling bis Herbst (im Winter ist sie zwar zugänglich, aber der Aufstieg kann aufgrund von Vereisung gefährlich sein)

  • Schuhe: Wir empfehlen feste Wanderschuhe

  • Mit Kindern: Ja, aber unter Aufsicht – der Aufstieg ist stellenweise sehr steil

  • Hunde: An der Leine schaffen sie den Weg zur Burg, aber der eigentliche Aufstieg auf den Felsen ist für sie ungeeignet