Geologie und Geomorphologie

Ein bedeutendes Kapitel der geologischen Geschichte des Gebietes begann vor mehr als 90 Millionen Jahren, als sich auf dem Grund des Kreidemeeres eine Schicht von sandigen Ablagerungen zu bilden anfing. Zum Ende dieses Prozesses erreichte sie eine Mächtigkeit von bis über einen Kilometr. Nach dem folgenden Rückgang des Meeres begann die Umformung der entstandenen Sandsteinplatte durch sich bis heute fortsetzende landschaftsbildende Prozesse. Dadurch entstand eine Landschaft von Felsenstädten, -türmen, -wänden, Schluchten und Klammen.

Angesichts der geomorphologischen Gliederung nimmt den nordöstlichen, überwiegenden Teil des Nationalparks die Untereinheit Jetřichovické stěny(„Dittersbacher Wände“) ein, gebildet von ausgedehnten, deutlich zergliederten, praktisch unbesiedelten Fels- und Waldkomplexen. Von dem tiefsten Punkt des Gebietes in Herrnskretschen (116 m ü. M.), zieht sich in östlicher Richtung eine Kette mächtiger Felsenwände, in welcher unter anderem auch das Prebischtor, das bekannteste Wanderziel der Böhmischen Schweiz, zu finden ist. Das Sandsteingebiet wird an mehreren Stellen durch Basaltaustritte bereichert, z.B. am Vosí vrch (Waspenberg), Koliště (Gohlischt) oder auf dem Suchý vrch (Suppgeberg). Geologisch einmalig sind Austritte von Jura-Kalksteinen entlang der Lausitzer Überschiebung.

Der südwestliche Teil des Nationalparks umfasst den Randteil der geomorphologischen UntereinheitDěčínské stěny („Tetschener Wände“). Über den tief eingeschnittenen Klammen der Kamnitz ragt der höchste Berg des Nationalparks – der Rosenberg (619 m ü. M.), nationales Naturschutzgebiet mit urwaldartigen Ökosystemen.