Flora der Böhmischen Schweiz

Die Böhmische Schweiz liegt überwiegend auf Sandstein, der Boden ist sehr arm an Nährstoffen für Pflanzen. Trotzdem finden wir in diesem Gebiet viele interessante Arten vor.

In tiefen Schluchten, in Klammen und Canons kommt es zu einer seltenen Erscheinung, die von Fachleuten klimatische Inversion genannt wird. Auf dem Grund der Schluchten häuft sich kalte Luft an, die Gipfel der Felsen werden hingegen stark erwärmt. Dank dieser klimatischen Inversion können wir in einer relativ geringen Seehöhe alpine Pflanzenarten vorfinden, wie zum Beispiel einen Zeugen prähistorischer Zeiten - den Schlangen-Bärlapp oder das gelb blühende Zweiblütige Veilchen. Von den Bäumen sind für diese Lagen die Fichte und die heute bereits seltene Tanne typisch. 

Auf schattigen Felswänden und in kleinen Torfmooren verbirgt sich vor dem Blick der Besucher das Symbol der Böhmischen Schweiz - der Sumpfporst. Genauso gedeihen hier die Gewöhnliche Moosbeere, das Scheiden-Vollgras oder der unauffällige Siebenstern. Trockene Felsengipfel werden bedeckt von  Heidekraut, Preiselbeeren und vor allem Heidelbeeren. Auch die am schwierigsten erreichbaren Stellen und Felsengipfel sind keine Hürde für die Waldkiefer, die hier trotz ungünstiger Bedingungen wächst.

Viele Pflanzen finden wir entlang der Flüsse (Kamnitz/Kamenice, Kirnitzsch/Křinice) vor. Es fehlen nicht der Frühlingsbote - die geschützte Frühlings-Knotenblume, der treffend benannte Straußenfarn oder eine weitere Erinnerung an die Geschichte der Erde - der Wiesenschachtelhalm.

Zu den Perlen der Natur der Böhmischen Schweiz gehört die Orchidee Breitblättriges Knabenkraut. Im Gegensatz dazu ist der Rote Fingerhut eine übliche Heilpflanze, die das Grün der Grenzwälder mit Farbe belebt. 
 
Die überwiegende Vegetation der Böhmischen Schweiz sind Wälder, die durch menschliche Einwirkung ziemlich verändert wurden. Heute kommt hier die Fichte am häufigsten vor, in den ursprünglichen Wäldern würden wir vor allem die Waldkiefer, die Buche und die Tanne vorfinden. Unter den Gehölzen finden wir auch fremdartige Bäume, vor allem die Weymouthskiefer verursacht ziemliche Schäden an der Pflanzenschicht, deshalb wird sie durch ursprüngliche Arten ersetzt.

Felsen und feuchtes Klima sind geschaffen für Moos und Flechte. An Felsen, Baumstümpfen und auf dem Boden können hunderte Moosarten unterschieden werden, sowie auch z. Bsp. Widertonmoose, Laubmoose und das seltene Moos Tetrodontium brownianum. 

An feuchten Felswänden konnten wir früher den Englischen Hautfarn vorfinden, dieser kommt üblich in England oder im Nordwesten Frankreichs vor. Leider ist dieser geheimnisvolle Besucher aus westlichen Gebieten wahrscheinlich aus der Böhmisch-Sächsischen Schweiz verschwunden, möglicherweise auch wegen eifrigen Sammlern, die damit ihr Herbarium schmückten.