Besiedlung

Landschaft als Heimat

Die Böhmische Schweiz betreten Menschen erstmals vor 11 000 Jahren, Jäger und Sammler, die genügend Nahrung und sichere Zufluchtsorte unter den Felsüberhängen suchten. Von dauerhafter Besiedlung können wir aber erst viel später sprechen, in der Landschaft finden wir Spuren von Menschen der sog. Lausitzer Kultur, später Nachweise über die Besiedlung durch keltische, germanische und auch slawische Stämme.

Im 13. und 14. Jahrhundert erfolgt auf die Einladung des böhmischen Adels eine deutsche Kolonisierung, neue Siedler finden hier ihre Heimat, es entstehen Dörfer und zukünftige Städte, Felsburgen (Schauenstein /Šaunštejn/, Falkenstein /Falkenštejn/) werden aufgebaut, in denen sich oft Raubritter niederlassen. Neben der Holzförderung, Glasherstellung und Pechverarbeitung werden auch Versuche unternommen, Edelmetalle, vor allem Silber zu fördern, wie davon etliche Zeichen oder Reste von Stollen bezeugen.

Landschaft als Ziel

Erst in der neuzeitigen Geschichte bekam die Landschaft ihren romantischen Namen und machte sie eher zu einem Ziel, als zu einer Heimat. Am Ende des 18. Jahrhunderts kommen in die fast unerschlossene Landschaft zwei schweizerische Maler, Adrian Zingg und Anton Graff, die hier ihre neue Schweiz erforschten, welche später den Namen Sächsische bzw. Böhmische Schweiz bekommt.

Auf Wegen strömen immer mehr Besucher zu, die die geheimnisvolle Landschaft der Böhmischen Schweiz bewundern und entdecken. Diesem Streben kommen auch die Besitzer der hiesigen Herrschaften und hiesige Gewerbetreibende entgegen, es entstehen Aussichten an besonders geeigneten Stellen (z. Bsp. Marienfels/Mariina vyhlídka und  Rudolfstein/Rudolfův kámen), Ausflugsgaststätten und Herbergen, Promenadenwege wie der Gabrielensteig (Gabrielina stezka) zum Prebischtor (Pravčická brána). Die Eröffnung der Klammen an der Kamnitz (soutěsky Kamenice) und die spätere Bootsfahrt sind zusammen mit dem Aufbau des Restaurants Sokolí hnízdo beim Prebischtor (Pravčická brána) am Ende des 19. Jahrhunderts ein bedeutender Meilenstein aus der Sicht der touristischen Nutzung des Gebiets.

Landschaft als Zufluchtsort

Die unglückliche Entwicklung vor und nach dem zweiten Weltkrieg prägten bedeutend die sich entsprechend entwickelnde Region. Die gezwungene Abwanderung der tschechischen und folgend der deutschen Bevölkerung, das Schwinden von Siedlungen (Hinterdaubitz /Zadní Doubice/, Hinterdittersbach /Zadní Jetřichovice/), die folgende Kollektivierung, Verlust der Bindung an die Landschaft - das alles prägte die Landschaft für lange Jahrzehnte. Mit der allmählichen Erholung in den letzten Jahren kehrt auch die harmonische Existenz von Mensch und Natur zurück, welche durch die Erklärung der Böhmischen Schweiz zum Nationalpark sich noch bekräftigte.